durch die dritte, und enblich durch die zweite Hand, der Kranke würde es gar gerne haben, wenn der Herr Pfar⸗ rer ihn wieder einmal beſuche und mit ihm bete. Aber der Herr Pfarrer that nicht, als wenn er dieß Winken, wie man in Langenfeld ſagte, merke, ſondern er ſprach bei ſich ſelbſt:„Die Stunde iſt noch nicht da; werfet eure Perlen nicht vor die Schweine und gebt das Hei⸗ lige nicht den Hunden preis.“— Und die Stunde, auf die er gewartet, kam wirklich, und die Kunigund' kam an einem Märzabend unter Weinen und Händeringen in die Pfarre gelaufen, und bat mit unendlichem Schluch⸗ zen den Herrn Pfarrer, hinabzukommen, und mit dem Peter zu beten; es gehe mit ihm zu Ende Das that der Herr Pfarrer; aber welch ein Anblick bot ſich ihm dar! Der Bernpeter war zum Gerippe abgezehrt, die Lippen bedeckten noch kaum die Zähne, und ſein Auge blickte mit Wildheit dem Eintretenden entgegen. Die ganze Stube war voll Menſchen; neben dem Bette ſtan⸗ den ſeine ehemaligen Schnappöbrüder, der Heinrich Marrx, der Teichmeiſter, der Stophel März und noch Einige. Auch der Golſer, der noch den Kopf verbunden hatte, war drinnen, und über ſeine Wangen floß eine Thräne nach der andern, und er vermochte das Auge nicht auf⸗ zuſchlagen. Die Kunigund' bog ſich über den Kranken hin und flüſterte ihm etwas zu, aber der Peter ſtieß ſie unſanft von ſich, richtete ſich mit Mühe im Bette auf, und ſprach mit röchelnder Stimme:„So weit iſt es nun mit mir, Herr Pfarrer, aber nicht nach Gottes Willen, ſondern nach meinem Willen! O, daß ich doch nie geboren wäre! O, wie es hier brennt in meinem Herzen! Habt Mitleid mit mir, Herr Pfarrer, und ſagt mir nur einmal, was der Herr zu dem Schächer am 12
Teil eines Werkes
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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