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mir todt aus dem Arm genommen hatte. Ich ſtarrte verzweiflungsvoll in die Dämmerung hinein; da lag mein Weib und mein älteſter Sohn und meine älteſte Tochter;„und wo iſt Richard!“ rief ich,„iſt der ge⸗ rettet?“ Die Männer, die mich in's Leben gerufen, ſchwiegen ſtille und wiſchten ſich die Augen, und ich ſank zurück und verlor wieder das Bewußtſeyn. Seit dieſem Augenblick iſt mein Haar grau.— Rach zwei Tagen ließ ich mich mit den Leichen meiner Lieben den Ohio hinabfahren auf mein Gut, und als ich ſie im Garten, der unſere Luſt ſeyn ſollte, begraben hatte, da ſandte ich Boten aus in alle Staaten am Ohio und Miſſiſippi nach meinem Richard; wer ihn mir lebendig oder todt bringe, ſolle ſich ſelbſt den Lohn for⸗ dern. Die Boten kamen wieder, aber meinen Sohn brachten ſie nicht, auch keine Nachricht von ihm; nur die erhielt ich, es ſeyen mehrere Leichen nicht wieder aufgefunden worden.“
„Da war meines Bleibens nicht mehr in Ame⸗ rika; ich verkaufte Alles, was ich hatte, in großer Schnelligkeit, und ſechs Wochen nachher ſchwamm ſchon das Schiff, das mich trug, auf dem breiten Meer. So bin ich denn hier und bin allein, nur der Herr meines Lebens, der treue Führer meiner Jugend, iſt bei mir, und täglich rufe ich aus:„Wäre dein Wort nicht mein Troſt, ich würde vergehen in meinem Elend.“
Da ſchlug's vom Thurm herab Mitternacht; und wie die Glocken das neue Jahr anläuteten, da fielen die Freunde Alle ein in das Lied, das Herr Arnold anſtimmte:
„Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen!“


