Teil eines Werkes 
12. Band, Neue Folge : 4. Band (1856)
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hochachtet. Sie meinte gewiß, es ſei ſo, weil der Herr Rector ſich nach der neueſten Mode kleidet. Hat keine Kinder, der Mann, und iſt vermögend.“

Berlefick hörte geduldig zu und das gab Ferdinand den Muth, weiter zu gehen in ſeiner Rede für den Schiffsfrieden.„Sie hat geweint über den Schimpf, und für ein ehrbares Mädchen iſt ſo etwas keine Kleinigkeit.“

„Du haſt abermals Recht,“ fiel ihm Berlefick in die Rede. „Ich ſehe im Zorn Alles ſchwarz. Es iſt wahr. Nun, nun, geh' hinauf und ſuche den Frieden herzuſtellen. Ich will dir's hoch verdanken! Derweile ziehe ich eine ſchwarze Weſte und meinen Leberbraunen an. Er iſt neu und fein und wird nicht auffallen.“

Er that ſogleich die nöthigen Schritte und war ſchnell damit am Ziel. Als jedoch Ferdinand wegeilte, entſtand auf dem Verdeck ein Zetermordio. Es war eine Bubenſtimme, die ſo ſchrie, als ob ihr Gewalt geſchähe.

„Das iſt des Tagediebs, des Pitt's, Stimme,“ ſagte Berlefick. „Ich glaube, der Eidam gibt ihm ein Frühſtück mit dem Tauende? — Hat's oft ſchon verdient, der Racker!“

Beide ſtiegen hinauf und was ſich ihren Augen darbot, beſtätigte Berleficks Vermuthungen, obwohl doch andere Umſtände obwalteten.

Während unten in der Kajüte Berlefick und Ferdinand ihr Geſpräch führten, war ein ſtädtiſcher Rumorknecht auf das Schiff getreten und nahm Eidam allein. Er theilte ihm mit, daß der Polizeiherr die Buben examinirt, die dem fremden Herrn den Scandal bereitet, und herausgebracht, daß Pitt, der Schiffsjunge, ſie beſtellt und mit Geld zu dem Rumor gedungen habe.

„Mit Geld?“ fragte Eidam erſtaunt.„Der hat nicht ſo viel, als ich in meinem Auge leiden kann!“

„Der Polizeiherr,“ fuhr der Rumorknecht fort,„ſendet mich her, daß wir ihn einmal durchſuchen.“

Eidam ſtand ganz ſtarr vor Erſtaunen da. Er kannte wohl ſeinen Schiffsjungen als einen gutgewickelten Strick, aber ſolche Streiche hatte er ihm nie zugetraut.