Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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Kurz beſonnen, ſetzte ich mich nieder und ſchrieb, daß ich als wohlbeſtallter Organiſt der Kirche zu Mannheim fürderhin keinen Dienſt als Diener am Worte mehr beanſpruchen könne und dieſe Ernennung nur irrthümlich erfolgt ſein müſſe, indem ich am heutigen Mittage Herrn Kirchenrath H.. meine aller⸗ bündigſte Erklärung abgegeben habe.

Damit war denn für immer die Brücke abgebrochen, die eine Rückkehr möglich gemacht hätte. Ich eilte ſogleich zu Mariechen und theilte ihr Alles mit.

Sie lächelte ſelig.

Ach, ſagte ſie, dir hat Gottes Gnade den rechten Weg gezeigt, nun wollen wir ihm dankbar bleiben unſer Leben lang. Ich ging nun gleich am anderen Morgen nach Ladenburg, wo der wackere Rector noch, hochbetagt, lebte. Auch er billigte vn meinen Entſchluß und wünſchte mir Glück.

Von da ging ich nach Mannheim, wo ich mit Freuden begrüßt wurde. Hier ordnete ich Alles zu meinem Uberzuge.

Von meinem Sparpfennig und dem Mariechen's beſtritt ich

unſere beſcheidene Einrichtung. Dann kehrte ich nach Heidelberg zurück und leitete das Nöthige zu unſerer Trauung ein, und als ſie vollzogen war, reiſten wir, reich beſchenkt von der edeln Dame, bei der Mariechen ſeit Jahren geweſen war, an unſeren neuen Wohnort. Wir haben den Schritt nie bereut. Unſere Lage war eine ſorgenloſe und glückliche bis heute. Zwar hat uns der Herr den Kinderſegen nicht beſchert, aber unſere Tage hat er heiter und glücklich ſein laſſen. Dafür ſei er gelobt und geprieſen.

In Mannheim ſind wir allzeit mit großer Achtung und Ehrerbietung behandelt worden, und in dem großen Kreiſe unſerer Freunde war die Familie des braven Kaufmannes Reiter die erſte und theuerſte.

Noch Eins muß ich erzählen, ſagte der Vetter.

Mit dem Herrn Ehegerichtsrath kam ich nie zuſammen; doch grüßte er mich allemal ſehr zuvorkommend, wenn er mir begegnete. Er ſtarb vor etwa ſieben Jahren. In der Todesanzeißtund zu