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Als er fort war, ſetzt' ich mich hin und macht' ihm ein lateiniſches Gedicht, das einen halben Bogen einnahm und ſuper⸗ fein geglättet, rührend und blumenreich, beſonders aber aus der Götterlehre der Alten gehörig ausſtaffiret war. Das bracht' ich ihm am Abend.
*„Er las es, ſprang auf, fiel mir um den Hals und ſtellte ſich wie ein Fohlen, das zum erſten Mal auf die Weide kommt. Ich ärgerte mich ordentlich; aber es war pure Herzensfreude. Dann ſprang er an ſeinen Schrank, zog eine Schublade heraus und vrückte mir Etwas in die Hand, indem er ſagte, das ſei nur ſo ein Wahrzeichen ſeines Dankes.
„Wie erſtaunte ich, als ich heimkam und das Papierlein öffnete! Es lagen fünf goldene Ducaten drin! Niemand auf Erden war glücklicher als ich. So viel Geld hatte ich nie beſeſſen,
⸗ vollends Gold, das ich nur einmal geſehen, als mir Mariechen ihren gehenkelten Rheingoldducaten zeigte, den ſie am Tag ihrer Taufe von ihrer Pathe erhalten hatte. Jetzt konnte ich mir ein neues Kleid kaufen, das mir, wie der F.... geſagt hatte, wirklich Noth that.
„Dazu ging denn auch das Geld vollends auf. Ich ſchrieb meinen lieben Eltern dieſes Glück, und ſie freuten ſich in eben dem Maaße darüber, wie Mariechen, die übrigens von dem F nichts wiſſen wollte, da er ihr bedeutend mit ſeiner Liebe zugeſetzt
hatte.
„Es dauerte übrigens kaum acht Tage, ſo kam F.. wieder auf mein Stübchen. .„Ich komme heute zu Euch, Schneider, ſagte er ernſt, in einer Angelegenheit, an der Ihr die Schuld traget, und mir alſo auch heraus helfen müßt. Ich hab' Euer Gedicht ſauber abgeſchrieben und meinem Vater geſchickt. Der hielt es in einem verzeihlichen Irrthume für meine eigenſte Arbeit und, indem er dem Gedicht überſchwängliches Lob zollte, fuhr er fort, daß ein Menſch, der ſolche Verſe machen, ein ſo claſſiſches Latein ſchreiben und damit ſſo gewandt handthieren könne, auch als Doctor der Rechte promo⸗ „ viren könie. Da haben wir's nun! Ich kann nicht Doctor der
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