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wußte unſer Nachbar, mein Pathe, der Färbermeiſter Zobbel, Rath. Als er in den Beirath gezogen wurde, meinte er, er habe Schlimmeres in Einklang gebracht, und wenn er die Flecken im Gewiſſen und Leben, und den Abſchuß der Ehrlichkeit ſo gut vertilgen könnte, wie hier Flecken und Farbeänderung, ſo wolle er dem Papſt in Rom ſchon zu ſchaffen machen und mehr einnehmen, als weiland Tetzel bei ſeinem bewußten, einträglichen Handwerke.
„Meine Mutter zertrennte gleich den Rock; Zobbel nahm ihn mit und es war wirklich zum Erſtaunen, wie ſchön er ihm wieder auf die Beine half. Nun kam Meiſter Zinndraht, der berühmteſte Schneider in ganz Ladenburg, nahm das Maaß, beſah den Rock, zeichnete mit Kreide allerlei kauderwälſche Linien darauf, und erklärte endlich, es gäbe einen Rock von perfecter Vollkommenheit.
„Acht Tage ſpäter hatte ich ihn am Leibe. Er ſaß königlich und ich war geputzt wie ein Prinz.
„Ob ich gleich alle Samſtag Nachmittage heimlaufen konnte, ſo war doch das erſte Scheiden für Eltern und Kind gleich hart und ſchwer. Es floſſen der Thränen viele, und erſt, als ich mit dem Herrn Rector auf dem Leiterwagen meines Pathen ſaß, der uns hinfahren ließ, und Ladenburg hinter uns lag, wurde meine Seele wieder frei und ruhig.
„Wir erreichten die ſchöne Muſenſtadt und ich zog in mein Dachſtübchen in der Buſemergaſſe, bei Frau Wittwe Nöthlich, einer kreuzbraven Frau, unterwies das Peterchen im ABC, lehrte es im ſogenannten„Namenbuch,“ der kurpfälziſchen Handfibel, leſen, und brachte es, bei des Knäbleins offenem Kopfe, bald zu etwas Erfreulichem, was mir denn bei der Mutter einen Stein ins Brett ſetzte und mir, da der Schulmeiſter der Stadt keinen Pfiffer⸗ ling werth war, noch mehr Kindlein des Alters zubrachte, die mir ein Weniges bezahlten, mir aber dadurch ein Weſentliches leiſteten, wie ich ſogleich berichten werde.
„Das Gnadenbrod iſt ein hartes, bitteres Gebäcke, und wer es gegeſſen hat, weiß ſchon, warum. Ich hatte mein Tageseſſen, vom Frühſtück bis zum Abendbrod, in den Familien, die mir die


