Teil eines Werkes 
11. Band, Neue Folge : 3. Band (1855)
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durch die Werkſtatt, aber er war nicht allein. Und ſo war's faſt alle Tage. Er ſah auch gar nicht auf und ſie hätte ihn doch ſo gerne ins Geſicht recht freundlich angeſehen; aber dazu kam's nicht und mit jedem Augenblicke drückte es ſie ſchwerer, daß die letzten Stunden ſo trübe ſein ſollten.

So ein Mädchen iſt aller Praktiken voll. Sie zerbrach abſichtlich einen Schaumlöffel und legte ihn hin, und paßte auf, wie eine Katze vor einem Mäuſeloche, bis ihr Vater einmal hinab ins Höfchen ging.

Da huſchte ſie herein in die Werkſtatt.

„Ich bin doch ein rechter Tollpatſch,“ ſagte ſie heiteren Tones, „da hab' ich den neuen Schaumböffel zerbrochen. Gelt, du machſt mir ihn, lieber Gabriel?—“

Und in die Worte legte ſie den ganzen, bewältigenden Schmelz ihrer herzgewinnenden Stimme.

Er durchzuckte Gabriel's Seele, und er war nahe daran, aus der Rolle zu fallen, die er ſich recht mühſam einſtudirt. Kalt erhob er die Hand, ohne ſie anzuſehen, nahm den Löffel und ſagte: „Das übel iſt ja leicht zu heilen!“

Er legte einen Löthkolben in die Eſſe und ſie ſtand noch da, jetzt ſelber verlegen werdend.

„Wer wird mir nur das Alles machen, was ich zerbreche, wenn du fort biſt?“ ſagte ſie, und es klang faſt wehmüthig.

„Der Vater, oder ſein künftiger Geſelle!“ ſagte ruhig, feſt und kalt Gabriel darauf, und wieder ſah er ſie nicht an.

Ihr Vater war ſchon auf der Stiege. Sie hörte ihn kommen.

„Biſt du mir bös, Gabriel?“ fragte ſie haſtig.

„Nein;“ war ſeine kalte Antwort; und ſie ging ſchnell.

Als der Löffel fertig war, nahm er ihn, drückte die Küchen⸗ thüre ein wenig auf und legte ihn auf die Anricht.

Sie ſah's, ſprang herzu und flüſterte leiſe:„Ich danke dir.“

„Gern geſchehen,“ ſagte Gabriel und ging.

Da ſtand das Mädchen in der Mitte der Küche und wurde