Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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werde, und vielleicht durch des Kurfürſten Gnade Pächter werden könne auf dem Freigut, das einſt ſein rechtmäßiges Erbe geweſen, das ihm aber durch den Spruch des Geſetzes ewig verloren ſei. Der Ritter könne überzengt ſein, daß er ſeine Bitte für einen gründlich Gebeſſerten einlege, der gewiß ein trener Mann ſein werde ſeinem rechtmäßigen Herrn.

Das junge Weib hatte dieſe Worte mit einer ſo ſanften, weh⸗ müthigen Stimme, mit einem ſo das Herz bewältigenden Tone vorgebracht, daß beide Gatten davon tief ergriffen waren.

Sei ruhig, Elsbeth, ſagte Rudolf von Zeiskam;ich reite morgen ſchon hinüber, und wenn du hier bleiben kannſt, etwa acht Tage, ſo kannſt du die Antwort ſelber mitnehmen.

Sie verſicherte, daß ſie das könne, und wenn es die edle Frau erlaube, hier bleiben wolle. Sie mußte nun dem Paar ihre und ihres Heinz Rettung aus Pfeddersheim erzählen und that's mit aller Genauigkeit, wie es die Sitte des Volks iſt. Sie ließ dabei ſo tiefe Blicke in ihr reines und treufrommes Herz thun, daß die Edelfrau ſie ſehr lieb gewann und Abends ihren Gatten bat, Alles aufzubieten, das Glück der zwei Menſchen zu gründen.

Früh am Morgen ritt Rudolf von Zeiskam, begleitet von den

heißen Gebeten Elsbeth's und den innigſten Wünſchen ſeiner Gattin, hinweg. In ſeiner Seele lebte der heißeſte Wunſch, daß ihm das gelingen möge, was ſeine Seele erfüllte.

Der edlen Frau, die ſchon damals, als Elsbeth als Gefangene in ihrem Hauſe war, ſie geliebt und ihr viel Gutes erwieſen hatte, gewährte es eine hohe Freude, Elsbeth und ihre Kinder beſſer zu

kleiden, als ſie trotz der ſchen kühlen Herbſtzeit gekleidet waren. So,

in beſſerem äußerem Zuſtande, ging Elsbeth nach Nußdorf, an das Grab ihrer guten Mutter. Sie war dort mit reicher Liebe aufge⸗ nommen worden; aber wie hatten die Ereigniſſe des Bauernkrieges zerſtörend in das Familienleben eingegriffen! Keine Familie im Dorfe war ohne Trauer um irgend ein thenres Glied. Und der Wohlſtand früherer Tage, wie war er zerrüttet und vernichtet!

Im Hauſe ihres Vaters ſaß eine andere leibeigene Familie.