Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Der Tag von Pfeddersheim endete den Pfälzer Bauernkrieg.

Einzelne zerſprengte Haufen fielen bald unter dem Rache⸗ ſchwerdte der Landsknechte und über der Pfalz lag die Stille des Grabes aber Schmerz, Jammer, Elend wütheten fort und fort, gieriger als das Schwerdt, und droben in Nußdorf brach ein Mutterherz unter ver Laſt ſeines tiefen Schmerzes über ſein zertrümmertes Glück.

XlII.

Jahre waren vergangen, Jahre voll Leid für Tauſende in dem ſchönen Land, und das Sprüchlein:Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's! wollte nicht mehr wahr werden.

Rudolf von Zeiskam hatte Bechingen nicht mehr Er lebte in ſeinem Burghauſe zu Zeiskam in ſtillem Familienglück. Eines Tags, es war ſchon ſpät im Jahre, trat eine junge Frau in das Thor, ſo dürftig gekleidet, daß die Edelfrau, welche gerade im Hofe ſtand, ihr eine Gabe reichte.

Ach, ſagte das Weib,ich wollte nicht betteln aber

Die Edelfrau wurde jetzt aufmerkſam. Sit blickte das Weib ſchärfer an. Es war eine blühende, kräftige Geſtalt, mit ſanftem, beſcheidenem Ausdruck. Auf ihrem Arme trug ſie ein engelſchönes Kind, ein Mädchen, und ein vollwangiger Knabe von etwa drei Jahren hielt ſich am Rock der Mutter.

Wie ſcharf aber auch die Edelfrau ſie anſah, etwas Bekanntes konnte ſie nicht finden.

Was willſt du denn? fragte ſie endlich mild und freundlich.

Ach, ſagte das junge Weib,Ihr kennet mich nicht mehr, edle Frau, und doch habet Ihr mir viel Liebs und Guts erwieſen.

Dir? fragte die Edelfrau und blickte ſie noch ſchärfer an, und das Weib lächelte, und zwei Reihen Zähne wurden zwiſchen

den friſchen Lippen ſichtbar wie Perlen.

Jetzt fiels wie Schuppen von ihren Augen, und:Elsbeth! rief ſie aus, ihr freundlich näher tretend. 10½