Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Und welch ein Bild bot die geſegnete Pfalz dar! Die Aecker lagen unbearbeitet; keine Sommerſaat ſenkte ſich in die Furchen; kein Weinberg wurde bearbeitet; kein Gewerbe ging. Nur die Schmiede hatten Arbeit und die Schuſter, ſonſt lag die Nahrungs⸗ loſigkeit drückend auf allen Ständen. Wer es bewerkſtelligen konnte, floh in die jenfeitige Pfalz oder weit hinab in die Unterpfalz und den Nahgau, wo tiefer Friede wohnte. Alle vorhandenen Vorräthe waren aufgezehrt. Eine Zeit des Mangels, wie ſie kaum erſt ver⸗ ſchmerzt war, zeigte ſich immer näher und blickte hohlaugig und dräuend die an, die nicht blind, wie die Aufſtändiſchen, die rechte Lage des Landes prüfend erkannten. Was ſollte werden, wenn kein Friede zu Stande kam? Und konnte er zu Stande kommen, wo neuerdings Frevel auf Frevel gehäuft wurde? Wo man Geſetz, Recht, Ordnung und Sitte mit Füßen trat? Wo Raub und Mord jetzt die Schritte der Horden zu begleiten begann? Ranb, geübt an dem ſtillen Bürger, der noch etwas hatte; Mord, geübt an dem, der es wagte, dies Treiben zu tadeln oder ſich demſelben zu widerſetzen.

Konnte der Kurfürſt ſchweigend zuſehen, wie ſeine ſchöne Pfalz verwüſtet wurde? Konnte derSanftmüthige länger Nachſicht und Schonung üben, wo man ſein höhnte und die Bitten ſo vieler Entflohenen um Hilfe flehten?

Immer weiter abwärts bezeichneten Ruinen und rauchende Trümmer den Weg des Volksheeres, aber nicht bloß dies, alle Schandthaten eines entmenſchten Haufens wurden geübt, alle Frevel entfeſſelter Rohheit und Leidenſchaft. Sie nannten ſich Befreier und man bebte vor ihrer Freiheit; man floh vor ihnen.

Sie waren Räuber- und Mordbrennerhorden, die keine Schonung mehr kannten. Vergebens war auch alles Einſchreiten der beſſerdenkenden Führer, denn Zucht und Gehorſam waren Dinge, die ſeit der Forſter Beſprechung zu den nichtvorhandenen gehörten.

Nachdem die Schlöſſer Dirmſtein, Leiningen, die Abtei Lim⸗ burg, die zahlreichen Burgen, die wie ein Kranz den Donnersberg