Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Ein Bote nach dem andern kam zurück. Keiner brachte Kunde. Endlich am Abend des dritten Tages kam einer, der ſich bis ins pfälziſche Lager gewagt hatte. Er brachte die unerwartete Nachricht vom Abzuge des Heeres und von dem Ende des Erasmus und ſeines Knappen; aber auch die tröſtlichere von Elsbeth's Rettung durch Rudolph von Zeiskam.

Da fiel ein Lichtſtrahl des Troſtes in die gequälten Herzen. Sie wußten, daß ſie jetzt außer Gefahr ſei, und vertrauten dem Edelmuthe des Zeiskamer's, daß er ſie ſchützen werde um ſo mehr, als ſie ihm die Freiheit in Neuſtadt gebracht.

Von jetzt an widmeten ſich die Männer wieder den übernom⸗ menen Pflichten. Im Rathe der Führer wurde beſchloſſen, daß das Heer unter den Waffen bleiben ſolle, bis des Kurfürſten Wort ſeine Erfüllung fände. Die Stelle aber war bei Winzingen und in den nächſten Dörfern, wo das Heer ſich lagerte, wenigſtens ein Theil deſſelben.

Mittlerweile war das Heer des Kurfürſten von der Pfalz ver⸗ ſtärkt durch die Hilfstruppen der ihm verbündeten Fürſten und Biſchöfe, den Aufſtändiſchen jenſeit des Rheins entgegengezogen und Sieg auf Sieg folgte ſeinen Fahnen. Bald genug unterlagen die Bauern, denen es an Einheit der Führung fehlte, den verbundenen Fürſten und Herren und mit Thomas Münzer's ſchmählichem Tod endete der Aufſtand, weil die wirkende Feder in ihm gebrochen war und der mächtigſte Hebel gefallen. Durch dieſe Ereigniſſe verzögerte ſich die Erfüllung des Verſprechens, mit dem es dem Kurfürſten ein rechter Ernſt war.

Pfingſten kam, aber kein Landtag wurde ausgeſchrieben. Da gohr es wieder heftig jenſeit des Rheins.

Er hat uns betrogen! riefen die Bauern voll Grimm und Zorn. Heinz hielt zurück. Ach, war ja doch ſein Theuerſtes in des Kurfürſten Gewalt! Er ſandte Botſchaft hinüber, aber der Kanzler wies ſie ſchnöde ab. Von Elsbeth kam keine Nachricht, auch nicht die geringſte. Da war's umſonſt, länger die Bauern zurückzuhalten, und aufs Neue loderte des Aufruhrs wilde Flamme