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„Jetzt wird mir's immer klarer,“ ſprach Friedrich,„wie unrecht
ich gehandelt, daß ich meinen Namen verläugnet. Auch ich habe Euch in böſem Verdachte gehabt.— Gott vergebe mir's, verzeiht auch Ihr, mein Vater!“
Konnteſt du anders?“ fragte wehmüthig Rima.„War nicht der Schein gegen mich?“—
Jede Wolke verzog ſich an ihrem Himmel und im heitern Sonnenſcheine der Liebe und des Glückes flogen die Tage. Noch zwei ganze Wochen weilte der alte Rheingraf in ihrer Mitte. Er konnte das Schloß nicht nehmen, bis er von Guſtav Adolph Ver⸗ ſtärkung von Kreuznach aus erhielt. Nur wenig wurde es beſchoſſen.
Bedrangle kapitulirte und zog ab. Zu neuen Siegen rief ſein Beruf den Rheingrafen, und mit Wehmuth ſchied er aus dem Kreiſe der Glücklichen, die er ſo ſehr liebte.
„Ihr habt Alle des Lebens Stürme erfahren“— ſagte er ſcheidend—„aber ſie ruhen nun und der Friede Gottes iſt heimiſch geworden bei Euch. Möge er bleiben und nie weichen bis zum ſpäteſten Ziel. Und ſollte es auch wieder ſtürmen um Euch, vertraut dem, der des Menſchen Schickſal lenkt. Durch Dornenpfade— zum Glücke, durch Nacht zum Tage,— zur Freude durch Leid— das ſind ſeine Wege. Und wenn Ihr Eurer Ruhe, Eures Lebens Euch freut, gedenket meiner, der ich die blutige Bahn gehe und weit vom heimiſchen Herde bin, und getrennt von Allem, was ich liebe— gedenket meiner in Liebe!— Und Ihr,“ ſprach er zu Friedrich und Clare'n, wehmüthig lächelnd,„wenn Ihr einſt einen kräftigen Knaben ans Vater? und Mutterherz drückt, nennt ihn: Otto Ludwig— und ich bin Pathe! Leb wohl!“
Er riß ſich los.—„Gott ſegne Euch!“ riefen ihl Dankbaren, die Glücklichen nach.„Gott ſegne Euch!“


