wahren Gotteslohn, Erlauchter Herr, wenn Ihr dazu hinwirken wolltet, daß des Königs Majeſtät Rettung ſendete den Unglücklichen, ehe größeres Unheil der Wütherich ſtiftet.“ Alſo ſprach mit Feuer der Jüngling.
„Was dächtet Ihr, ehrwürdiger Doctor,“ ſprach der Rhein⸗ graf, ſich zu Inſelius wendend,„wenn wir hinzögen und die Stadt eroberten? Wäre es Euch wohl lieb?“
„Könnt Ihr zweifeln nach dem, was ich Euch vorhin geſagt?“ erwiederte der Greis.
„Nun ſo will ich's Euch nicht länger vorenthalten,“ fuhr der Rheingraf fort,„übermorgen brechen wir nach dem Hunnsvücken und der Moſel auf. Wir wollen, ſo es dem Herrn der Heer⸗ ſchaaren gefällt und wir leben, die Gegend reinigen von dem ſpaniſchen Ausſatz, und Freiheit bringen von dem drückenden Joche unſeren Glaubensgenoſſen, und— Euch wieder einſetzen in Eure Rechte zu Bacharach, aus denen Ihr wider Recht und Gerechtigkeit ſeid vertrieben worden. Ehe ein neues Jahr beginnt, ſoll's mit Gottes Hilfe vollendet ſein.“
„Dann ſegne Euch Gott!“ riefen jetzt Vater und Sohn, und die reinſte Freude erfüllte ihre Herzen. Und als ſie nun freudig geſchieden vom Grafen, und im Zelte des Predigers angekommen waren, da fielen ſie auf ihre Kniee nieder, Gott dankend und zu ihm flehend um einen glücklichen Ausgang. Dann ſanken ſie ſich noch einmal in die Arme, und genoſſen das Glück des Wiederſehens noch einmal ungeſtört.
Neu flackerte jetzt das Feuer in des Predigers Zelt, als des Rheingrafen Diener einen Flaſchenkeller ſeines Herrn brachte, nit dem Bemerken, auf ein frohes Willkommen zu trinken.
Friedrich labte ſich nun. Dann aber begannen des Vaters Fragen nach Alt und Jung in Bacharach, und Friedrich mußte
erzählen von Allem. Beſonders intereſſirte den Greis die Kran⸗
kengeſchichte und Heilung Clara's, obgleich des Sohnes Liebe
ihr, die aus jedem Worte ſich verrieth, dem Vaterherzen darum
3t willkommen war, weil er nach Rima's fanatiſcher Denkart nie 14**


