ausſetzen und blieb weiß wie Schnee. Man meinte, die bräunende Sonnengluth habe ordentlich Scheu, ſolche Haut zu beſcheinen. Ihre großen Augen, ſo mild in ihrem Ausdrucke, waren blau wie der Himmel. Ein Borsdorfer Apfel hat ſo rothe Bäckchen nicht
ſich mit der reichen Fülle ihrer blonden Haare nicht vergleichen
Kurz, wer Etwas an ihr tadeln wollte, müßte ihr Feind oder ein Narr geweſen ſein, der nicht gewußt hätte, was ſchön ſei. Ueber Margreth's Schönheit ging ihr Ruf. Fleißig wie ihre
das nicht auch ſeinen Schak dem Maule ma—
zurſche, die fir mit e eine Nonne, weil ram, und an der Kerwe**) nur bis 3 n Lanze blieb. Das Mädchen kümmerte ſich darum nicht. WManche meinten: ſie habe eine Kartoffel, wo Andere das Herz hätt i aber da irrten ſie. Margreth hatte das poppernde Mädchenherz ſo gut in der Bruſt wie jede 5 Andre, und ſah mit ihren blauen Angen auch, daß Martin's Fritz ſchöner war, als Barthel's Franz und Casper's Andres, und die Fir⸗ Drei gingen ihr zu gefallen, Ihre Mutter ſagte:„Margreth, fang' mir mit Keinem ein 6 Gehänge an. Es darf dir Einer beſſer gefallen, als der Andere, ich kann aber das Gehänge nicht leiden!“
Dem gehorchte ſie; allein ſie ſchlief hinten hinaus und alle
— 3
Abendgeſenſchaft, beſonders an Sonntags Abenden. ) Kirchweihe.
war. Sie konnte ſich in der Ernte den ganzen Tag der Sonne
wie Margreth, und der ſchöne Flachs, den ihr Vater zog, konnte
haſſen; denn ſie hingen wie ein glänzender Mantel um ſie und reichten bis zur Hüfte. Dabei war ſie gewachſen wie eine Tanne.
S Mutter, ſittig und ſittſam wie dieſe geweſen, ſanft und ſtille v- gegen die Armen ſo gibbelgäbig, wie nur Jemand im Dorfe— ſ6 war ſie von Allen anerkannt. Nichts wunderte aber voie Leute ſo ſehr, als daß ſie keinen Burſch hatte. Es war auch hu verwundern. 5 Wo iſt denn hentzutage ein Mädchen, das jun⸗ ſchön und reich iſt,
3


