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war mir nicht in den Sinn gekommen, und mein Vater wußte Nichts von meinen Bubenſtreichen, ſaß überhaupt meiſt in ſeiner Studirſtube.
Ein Ereigniß trat indeſſen ein, das mich wunderbar umwandelte, und mein natürliches Zartgefühl läuternd mich dahin brachte, daß ich ſelbſt der Ameiſe ſorglich auswich, die über meinen Weg lief, und das iſt mir geblieben durchs ganze Leben bis zu den ergrauen⸗ den Haaren. Ich will dieſe Begebenheit erzählen, denn ſie hängt mit meiner erſten Braut zuſammen.
Von dem Derfe bis zum Fluſſe zog ſich ein friſchgrüner
ber der Fluß wild war und oſt aus ſeinen Ufern
oße Striche des herrlichen Wieſengrundes mit rügeſtem ſerdecte, oder ſelbſt durch ſeine ſchäumende Fluth wegriß, ſo lief am Ufer ein breiter Streifen Landes hin, den Weiden und Erlen, zu einem ſchier undurchdringlichen Dickicht verwachſen,
bedeckten. Selten kam ein menſchlicher Fuß hierher, aber deſto
mehr war dies Dickicht von Nachtigallen, Rothkehlchen, Grasmücken und Bachſtelzen bevölkert, deren Ruhe kaum geſtört wurde. Ein kleiner Bach, der durch das Dorf lief, mündete unweit der Stelle, wo der Mühlengraben in den Fluß fiel, und die Bannmühle lag auf der Halbinſel, welche durch dieſe Rinnſale gebildet wurde. Wie der leichtſchwebende buntgefiederte Sänger und Segler der Lüfte des Knaben Seele mit aller Macht anzog, ſo that es der leiſe im klaren Waſſer ſchwebende, ſchlanke, bewegliche Fiſch in gleichem Grad und Maaße, und wie ich ein kaum zu befriedigender Vogelſteller mit Fallkäfig, Sprenkel, Schlupf und Leimruthe geweſen bin, ſo war ich der unermüblichſte Angler. Das hatte ich bald herausgefunden, daß an der Spitze jener Halbinſel, die Bach und Mühlengraben bildete, der beſte Angelplatz
weit und breit war. Dort ſammelten ſich die Fiſche in großer Zahl,
dort war der Lohn für die Geduld des Angelns überreich.
Mein Vater ließ mir außer der Schule wenig Zeit Fn
Zeitvertreib nach meiner Liebhaberei; aber Samſtag Mittags und Sonntag nach Tiſch war ich ein Reichsfreiherr, den die lateiniſche


