Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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Die Ueberſchrift könnte leicht zur Veranlaſſung werden, daß meine freundlichen Leſerinnen einem argen Vorurtheile gegen mich Raum gäben; ich muß daher verſichern, daß ich nur zwei Bräute in meinem Leben hatte; die, von welcher ich als von der erſten rede, und deren Verluſt ich hier mittheilen will, und die zweite, die

ſeit fünf und zwanzig Jahren meine liebe Frau iſt. Das wird hoffentlich hinreichen, einer Mißſtimmung vornherein zu begegnen, und nun kann ich ruhig einer lieben Erinnerung mich hingeben, deren Darſtellung wohl auch in den Herzen meiner Leſerinnen einen Eindruck zu machen nicht verfehlen wird, wie ſie ihn in meiner Seele immer wieder hervorbringt.* Erinnerungen aus den ſchuldloſen Kindheitstagen ſind ja für Jeden weiche wehmüthige Accorde, die durch die Seele zittern und ſie bis ins Innerſte bewegen; duftige Hauche aus dem Frühling des Daſeins, die ſelbſt gramdurchfurchte Züge noch einmal mild, wenn auch wehmüthig, beleben können. Sie ſind wie Blumen im Winter, doppelt werth, weil draußen der Schnee das Land deckt und die Kälte das warme Leben erſtarren macht. Ich war ein friſcher, fröhlicher, ſpielratziger Knabe von neun Jahren, als mein Vater, ein Geiſtlicher, auf ein Dorf am Ufer eines Fluſſes verſetzt wurde, deſſen Wellen ſich in den Schooß eines der ſchönſten Ströme Deutſchlands Kgoſſen. eir war kein Baum hoch, kein Graben zu tief, kein Ziel zu weit, wenn ich es rrreichen wollte. Bald wußte ich alle Vogelneſter im Bereich einer halben Stunde um das Dorf her, und ich machte mir gar kein Geiſſen daraus, ſie auszuheben. Meine Barmherzigkeit gegen di 4₰ Thiere war eben nicht weit her, wie man zu ſagen pflegt, obwoh mein Herz weich und mitleidig war. Daß die Geſchöpfe