Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Jungfernleder, Gerſtenzucker oder eine Stange Storar, Rauchkerze

die Feder über die Signatur, an deren Haupt der lithographirte Pelikan kunſtreich in ein großes R verſchlungen war, band ſchnell dieſe feſt, drückte den Stöpſel ein, ſchnitt den Papierüberband rund, reichte ſie dem wartenden Dienſtmädchen mit einem feinen Lobe ihrer blühenden Wangen und flog dann, noch ehe das erglü⸗ hende Landmädchen jenſeit der Thüre war, zur Herrin, die bereits zum zweiten Male nach der Klingel reichen wollte, und das war der Generalmarſch im Hauſe.

Da bin ich ſchon, Settchen, rief er die Hände reibend. Hol's der Henker, daß man den Subjecten wöchentlich einen Mittag zum Spaziergang erlauben muß! Mit dieſen raſch hervorge⸗ ſtoßenen Worten rückte er den Stuhl vis à ſeiner Liebſten, ſchlug den braunen Flaus, der jedoch in nahem Grade mit dem Rocke des bekannten Spiegelſchwaben verwandt war, auseinander und nahm Platz, indem er mit einer federkräftigen Bewegung auf den Stuhl hüpfte, deſſen Höhe keineswegs mit dem Maaße ſeiner Beine harmonirte. Haſtig ſchlürfte er die Taſſe aus, griff zur Pfeife und ſetzte ſich dann an den Sekretär, Deſſen Klappe auflag und mit einem Folianten und vielen Papieren bedeckt war.

Frau Rühle nahm von dem Allen keine Notiz. Sie trank und ſah zum Fenſter hinaus.

Nach einiger Zeit warf der Apotheker die Feder weg und trat mit freudigem Geſichte vor ſein Settchen.

Da! rief er aus.Nun iſt das letzte Contv fertig! Morgen mag der Stößer dieſe Hundert und Eins wegtragen. Aber wann wird das Geld kommen? das wiſſen die Götter! Settchen, glaube mir, es gibt keinen unſeligern Erwerb als ſo eine vermaladeite

Apotheke. Das ganze Jahr borgen, nichts als borgen; und iſt das

Jahr um, ſo bekommt man erſt Nichts; muß die Conti aus dem Schuldbuche extrahiren, höflich zuſtellen und in Demuth warten,

bis es den Leuten beliebt, das Geld zu ſchicken. Senden ſie es mit Fluchen, dann muß man noch dankbar guittiren, muß ertra

ein Präſentchen ſchicken von Magenmorfellen, Feigen, Citronat