Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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weniger, als er felbſt etwas Anderes ſich nicht denken konnte. Zur Ehre ſeines Herrn ſei es aber geſagt, daß er andere, bloß Tände⸗ leien bezweckende Abſichten nicht hegte Seine Liebe für das ſchuld⸗ loſe, liebenswürdige Kind der Natur war ächt, treu, wahr. Mit den heiligſten Eiden gelobte er ihr, ſie als Gattin heimzuführen nach Jahresfriſt. So ſchied er unter heißen Schwüren und Thränen⸗ Für das arme Mädchen brach eine ſchwere Zeit alsbald herein. Die Mutter ſtarbd. Das Häuschen war verſchuldet, und nichts blieb ihr übrig, als die Zuflucht beim alten Oheim an der Stadt⸗ mauer, dem weinſeligen Malvogliv. Er nahm ſie auf; aber ihre Tage waren nicht roſig bei ihm.

3 In jenen Tagen war der Verkehr in die Ferne nur ein münd⸗ vis licher und perſönlicher. Wie ſollte das liebende Mädchen von dem B Geliebten Kunde erhalten? Sie liebte mit der tiefen, heißen Gluth, wrie ſie das Herz hegt unter dem ſüdlichen Himmel Italiens. Sie glaubte feſt, wie ſie an Gott und die Heiligen glaubte, an ſeine

Treue und an die Löſung ſeines Wortes. Sie zählte die Tage, die Monate bis zur Wiederkehr; aber er kam nicht.

Dort am Rheine ſtand es anders, als er es ſich geträumt im Arme der Liebe. Er fand den ungemeſſenen Geldſtolz ſeines Vaters, den Plan, ihn mit Maria Ottini zu vermählen, deren Leivenſchaftlichkeit, deren Eigenſinn, deren feindſeliges Gemüth er kannte, die ihn nicht liebte, die er verabſcheute! S

Wohl merkte der Vater, daß ihn ein Band im Lande der Hei⸗ mat feſſele. An den dummen⸗ ehrlichen Joſt machte er ſich nun, um ihm das Geheimniß abzulauſchen oder ſelbſt abzunöthigen.

Joſt hatte nicht Urſache, es zu verheimlichen, weil er glaubte, ſein Herr habe es ſeinem Vater geſtanden. Der ſchlaue Pomaria entlockte ihm die kleinſten Umſtände. Darnach nahm er ſeine Maß⸗ regeln, ohne dem Sohn eine Andeutung zu geben, daß er wiſſe, wie es in Aſti ſtehe. Nur einmal, da nämlich, als er ihm mit lluger Berechnung das Ja abnöthigte, ließ er eine Andeutung

follen, als könne Giambattiſta eine Andere lieben.

Der Sohn wagte es nicht, ſeine Gefühle auszu

dieſer Maria,