Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Gutmüthigkeit und treuherzige Offenheit gleich ſchätzb

ihres Wohnorts einer Kritik unterwarfen, hörte

Einleitung.

Beruf und Reigung, zwei Hauptfactoren im Menſchenleben, hatten mich im Jahre 1843 längere Zeit in Rüdesheim gefeſſelt. Wer kennt nicht Rüdesheim und ſeine paradieſiſche Gegend? Wem iſt der Rüdesheimer nicht bekannt, womit ich freilich nicht den Philiſter meine, der dort ſeßhaft iſt, ſondern das edle Gewächs ſeiner Reben? Ich geſtehe, daß Ort und Wein in vielfacher Wechſelbeziehung zu den genannten Hauptfactoren ſtanden, und zwar ſo: Ort und Beruf bezogen ſich auf einander; denn ich war im Auftrage der Domänen⸗Direction daſelbſt. Ort und Neigung berührten ſich doppelt; denn das ſchöne Fleckchen Erde mit ſeinen reizenden Umgebungen übte eine magiſche Gewalt auf mich aus;

aber eine noch magiſchere die Reize einer holden Tochter des

Städtchens. Wein und Beruf ſtanden in Wechſelwirkung; denn mein Geſchäft war es, die Zehntweine gehörig zu beſorgen. Wein und Neigung vollends trafen ſo wunderbar zufammen, daß ich oft nicht wußte, wer die Schuld des Haarzopfs trug, der köſt⸗ liche Wein oder die überwältigende Neigung zu ihm. Wer will es mir verargen, daß ich nicht heim eilte? Dort warteten meiner die triſten Aeten, hier das friſche, heitere Leben. Ich ſchwelgte im Vollgenuſſe dieſes Lebens; aber auch das Volk war mir in ſeiner Eigenthümlichkeit intereſſant. Manche Stunde weilte ich in einer beſuchten Schenke am Strand, und ergötzte mich an dem friſchen Humor, an dem ſprudelnden Witze dieſer körnigen Menſchen, deren

Oft, wenn ich ſo unter ihnen ſaß, und ſie

ſamen Ausdruck:Sie iſt häßlich, wie die Nacht von