Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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kannte m mein Leid. Er allein ſah die Thränen tiefer Reue, welche ich vergoß.

So wanderte ich denn durch das Heſſen⸗ und Sachſenland, bis in die Berge Schleſiens; ging von da nach Wien. Von Wien aus reiſete ich durch das Tyrol nach der Oberpfalz und dann durch Würtemberg nach⸗ der Schweiz. Es war wieder Mai geworden. Von daheim hörte ich nichts. Schreiben durfte ich nicht. Ach, meine armen Eltern, mein armes Lieschen, rief ich oft troſtlos aus, wie hab' ich Euch Herzeleid gemacht, ſtatt Freude! Ich gab mir alle Mühe, meinen Jähzorn zu bannen und es gelang mir. Keinen Tropfen Wein genoß ich mehr, weil er mich ſo elend gemacht hatte. Keine Tanzmuſik konnte mich mehr locken. In der Schweiz aber ergriff mich im zweiten Jahre meiner Wanderſchaft das Heimweh. Das kam ſo. Eines Tages kam ich in Bern auf die Herberge und finde da den Sohn des ehrlichen Schmiedes Bandemer von Lorch, der aber nichts von meinem Schickſale wußte, weil er ſchon damals, als ich bei ſeinem Vater Hülfe ſuchte, auf der Wanderſchaft geweſen. Er war nun auf der Heimkehr, und die Freude, die Heimat wieder zu ſehen, die ſich in jedem ſeiner Worte ausdrückte, das ſtete Plaudern vom ſchönen Rheine weckte in mir ein heißes, ganz unbezähmbares Verlangen. Er beredete mich mit ihm zu reiſen nach der Heimat.

Alle Gründe, welche ich entgegenſetzte, nien er und ich mochte wohl merken, daß er ſich dachte, es liege ein arger Riegel vor der Thüre der Heimat für mich; denn der brave Burſch zog ſich von mir ab und mochte nicht mehr mit mir verkehren. Da konnte ich nicht länger widerſtehen und ſagte ihm Alles haarklein. Ich erzählte es ihm mit heißen Thränen, die ebenſowohl der Reue über meine im Zorne verübte Unthat, als dem verlornen Lebens⸗ glücke galten. Ach, meine Seele hing ja durch unzerſtörbare Bande an dem Mädchen, die mich nicht mehr lieben konnte, und weder von ihr, noch von den Eltern und der Schweſter, die damals noch ein Kind geweſen, hatte ich ein Wort gehört in der langen Zeit.

Der i Bandemer neic mit mir, er war eine gute