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ihn nicht leiden, obgleich er der reichſte Burſch' im Dorf und ſein
Vater Schultheiß war, doch— Jörg, die Stange glüht!“—
Wieder ging's Puff, Paff, und die Funken ſprühten, denn der Jörg führte die große Schlage wie ein Rieſe Goliath.
Darauf ſetzte ſich Gottfried auf das Ambosklotz und fuhr fort: „Gegen uns über wohnte der alte Lips, ein geiziger Filz, wie's keinen mehr im Reiche gab. Er hatte weder Weib, noch Kind, und ſaß auf ſeinem Geldſacke wie eine Bruthenne auf ihren Eiern. Keines Menſchen Freund, war auch keiner der ſeine.“
„Ich hab' ſchon von ihm gehört,“ ſagte Jörg;„ſie nannten ihn nur den Erbſenſpalter.“
„Richtig, Jörg, richtig. Es war ein garſtiger Menſch, und als er zu ſterben kam, ging kein Auge über, nicht einmal das ſeiner Katze, die er am liebſten hatte, weil ſie ihn nichts koſtete. Er beſaß die ſchönſten und die beſten Weinberge im Thal und die beſten Aecker und Wieſen, und hatte lachende Erben, nämlich einen Bruder in Freiweinheim, der aber einen guten Ruf hatte. Wie geſagt, er ſtarb und es hätte kein Hahn nach ihm gekräht, wär' er nicht ſteinreich geweſen. Ich war ſeit acht Tagen losgeſprochen von der Zunft, hatte meinen Lehrbrief und war Geſell geworden, als die Leiche gehalten wurde. Abends vorher war der Bruder des alten Lips von Freiweinheim mit ſeiner Familie auf einem Wagen angekommen.
„Morgens früh ſteh' ich am Fenſter, da geht des Lipſen Thür auf und— mein ſchönes Kirſchenmädchen von Bingen kommt heraus in blütheweißen Hemdärmelchen, friſch wie eine Roſe, und hat einen Eimer, um Waſſer zu holen. Mir ſchlägt das Herz wie ein
Hammer auf den Ambos. Da ſieht ſie mich und erröthet wieder
wie dazumal, aber ſie lächelt doch freudig, und das gibt mir Kuraſch. Sie ſieht ſich nach einem Brunnen um; denn das fremde Mädchen konnte nicht wiſſen, daß der Nachbarſchaftsbrunnen in unſehm Hofe war. Ich, wie der Blitz, hinunter, nehm' ihr den Eimer ab und
ziehe das Waſſer für ſie. „Du biſt gewiß ein Bruderskind vom alten Lips?“ fragte


