Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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weil's gerade Mittwoch war. Da ſaßen denn die Mädchen vom Gau, hübſche Mädchen, Jörg, meiner Treu! Aber ich war dazu⸗ mal auch ein hübſcher Bub' und die Mädchen ſahen mich gerne, weil ich allezeit freundlich und ein guter Kerl war.

Die Gaumädchen kicherten, wenn ich ſie anſah; aber da

erblickte ich Eine, Jörg, nein, ſo ſchön gibt's keine mehr; ein leib⸗

haftiger Engel, ſag' ich dir, und gar nicht ſo keck, F die Andern, die Einem in die Augen hineinſahen, als wollten ſie einem ins Herz hinein ſchauen. War ſie alt, ſo war ſie ſechszehn Jahre. Als ich ſie anſehe, ſchlägt ſie ihre großen, blauen Augen nieder. Denk' ich, von der kaufſt du ein Pfund Kirſchen, kaufſt dir einen Weck dazu und gehſt an den Rhein, unter die Bäume und hältſt dein Imbs. Tret' ich zu ihr, und ſage zu ihr:Du hübſches Mädchen, wieg' mir ein Pfund Kirſchen! Mein Seel! Jörg, ſie wurde röther, als ihre Kirſchen; wog mir aber ein Pfund in die Kappe und ich bezahlt's mit drei Kreuzern und ſag' zu dem Mäd⸗ chen:die ſollen mir noch einmal ſo gut ſchmecken, als die der Andern. Da ſah mich das Mädchen gar ſchelmiſch an, lächelte gar herzig und ſagte:Warum denn?

Weil ſie vom ſchönſten Mädchen ſind, das ich noch geſehen habe, ſagt' ich,und das ich, meiner Treu, nimmer vergeſſen werde.

Da hätt'ſt du aber einmal ſehen ſollen, wie ſie anlief! Ihre Kirſchen waren ſo roth nicht, und halb ärgerlich ſagte ſie: Geh' nur, du Spötter! Utze(ſpotte) über 8. Mädchen deines Dorfes!

Utz' ich, ſo ſollen die Kirſchen mir Git ſein! ſag' ich

drauf.

Sie ſieht mich freundlich an, aber ſagt dann:Geh' doch,

die Leute ſehen ja auf mich!

Bös war ſie aber nicht. Ich gehe die Salzgaſſe hinab,

kaufe mir beim Emmerſchied einen Weck und ſetze mich in den Schatten auf das Geländer am Fruchtmarkt, und halte mein Imbs,

aber das Mädchen ſtand vor meinen Augen und jede Kirſche, meint'

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