Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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Der Path' war erſtaunt.„Vorgethan und nachbedacht,“ ſagte er,„hat Manchem ſchon groß Leid gebracht.“

„Ich will nicht mehr hier bleiben!“ war Hubert's Antwort.

„So komm' in Gottes Namen,“ ſagte der Path', und während im Flecken die Paare im wirbelnden Tanze ſich drehten, wankte Hubert mit dem Pathen dort hinab gen Ahrweiler; aber ſo red⸗ ſprächig auch der Ahrbleichart den Pathen gemacht, aus Hubert brachte er kein Wort heraus. Er ging ſtill dahin und bewegte in ſeinem Herzen nur das harte Loos, das ihm gefallen war; aber die Roſe trug er an einem Bändel um den Hals.

Am andern Tage ſagte der Pathe, der den Jungen lieb und mit einem Nachbar ſeinetwegen geredet hatte:„Hubert, nun weiß ich Rath. Mein guter Freund, der Nagelſchmied, hat in Köln einen guten Freund, der treibt das Handwerk: Knechte und Mägde zu verdingen gegen einen Gulden per Stück. Er will dir an ſelbigen guten Freund einen Brief mitgeben, der wird dir gute Dienſte thun.“ Das war dem Jungen lieb. ZJe eher er fortkam, deſto beſſer es für ihn war, denn hier, wo er ohne ale Beſchäf⸗ tigung war, kamen ſeine Gedanken nicht von Altenahr, nicht von Annchen weg. Ich bekomme am Ende noch das Heimweh, dachte er.

„Laßt mir den Brief ſchreiben,“ ſagte er zum Pathen,„ſo geh' ich morgen früh fort!“ Aber der gute Freund des Pathen wurde verhindert den Brief zu ſchreiben, und er mußte alſo noch einen Tag warten.

Abends ging er hinaus vor die Stadt, den Weg gen Altenahr zu. Ohne daß er es wußte, war er weit weggegangen. Die Sonne war ſchon im Sinken. Da blickte er einmal zurück, und ſiehe da, raſchen Schrittes kam ein Mädchen daher. War das nicht Annchen?„Ja Annchen, mein Annchen!“ rief Hubert und ſein Herz ſchlug in doppelten Schlägen. Sie war es.

„Find' ich dich doch, guter Hubert,“ rief ſie ihm zu.„Ach, ich wär' geſtorben, wenn du weggegangen wärſt, ohne mir Adje geſagt zu haben!“

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