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chen nicht hundertmal am Tage! Hubert! und Hubertchen! rufen dürfen.— Da möchte ich den Jungen geſehen haben, der nicht närriſch in das Mädchen geworden wäre, er müßte denn eine Kar⸗ toffel gehabt haben, wo Andere das Herz haben, wie man zu Alten⸗ ahr ſprichwörtlich ſagt.
Daß aber das Liebhaben nicht bei dem Hubert allein war, wird jeder ſchon weghaben, der die Mädchenart kennt. Es hätte ſich freilich, ſtreng genommen, Manches nicht geſchickt, und ich wette meinen Kopf, daß das ſchöne Annchen einem Andern, auch wenn es ihn aus dem Fundament lieb gehabt, ſo nicht begegnet wäre. Man muß nur bedenken, daß das von Kindesbeinen auf ſo war, ſo mit ihnen groß geworden war, und das Annchen und Hubert gar nicht anders gegen einander hätten ſein können, wenn ſie es auch gewollt hätten. Nur in einem Betracht war's doch anders geworden. Wenn das Annchen ſeit etwa vier bis fünf Jahren Hubert! rief, ſo ſah es ſich immer raſch hintennach oder auch vorher um, ob's Niemand höre; wenn ſie bei einander an der Ahr ſtanden und plauderten, ſo mußte es unter dem Schutze der Weiden ſein; und wenn er ihre Hand etwa in die ſeine nahm, wurde Annchen roth. Dennoch waren ſie Kinder wie früher, und wenn ſie ihn recht erſchrecken konnte, war's ihre Luſt, und wenn ſie ihm hintenher die Augen zuhalten konnte und er gleich Annchen rieth, ſo hüpfte ihr das Herz in der Bruſt.
Es iſt eine recht kurioſe Geſchichte mit dem Liebhaben! So lang Zweie Kinder ſind, fragt kein Menſch darnach, wenn ſie den ganzen Tag, die Schule abgerechnet, mit einander ſpielen; ſobald ſie aber zum Abendmahl gegangen ſind, ſoll das Alles aufhören. Da gucken gleich ſcharfe Augen drauf; da heißt's: es ſchickt ſich nicht mehr! da ſagen die Leute: ihr paßt nicht für einander; du biſt reich und der iſt arm. Dummes Zeug! was fragen die Her⸗ zen, die Kinderherzen, nach dem, was ſich in den Augen der alten Narren ſchickt oder nicht? Was fragen ſie nach reich oder arm? die Lieb' iſt eine Gewohnheit geworden. Jagt ſie einmal fort!— Proſit! ſie bleibt!— ½


