Einem allerdings klar, wenn man an die feuerſpeien⸗
den Berge denkt, deren ſich mehrere Tauſende über die
ganze Oberfläche der Erde verbreitet finden, nicht nur in den heißen Gegenden des Südens, ſondern auch in den vom ewigen Eiſe ſtarrenden Landen des Nordens; manchmal viele nahe bei einander, wie auf der im hohen, kalten Norden liegenden Inſel Island, oder in der Gebirgskette, welche unter dem Namen der Anden, Amerika der Länge nach durchzieht oder endlich da drunten in Italien, wo ſich auch ſo eine unheimliche Sippſchaft zuſammenfindet, deren Haupthähne der Ve⸗ ſuv bei Neapel und der Aetna auf der ſchönen Inſel Sicilien ſind; denn aus dieſen Bergen, die meiſt die Form eines Zuckerhutes haben, dem die Spitze abge⸗ ſchlagen iſt, und oben eine Oeffnung, die man Krater oder zu deutſch: Becher nennt, quillt und ſprühet zu Zeiten Feuer in erſchrecklicher Weiſe und es fließen aus dem Krater oder aus Spalten und Oeffnungen an der Seite des Berges furchtbare Ströme einer feuri⸗ gen Maſſe, ähnlich dem Eiſen in Schmelzöfen, wenn die Gluth es flüſſig gemacht hat und es unten aus der Oeffnung ſo langſam, aber glühend, herausquillt. Dieſe Ströme fließender, feuriger, teigartiger Maſſe, welche Thäler ausfüllt, weite Landſtrecken überdeckt, und Alles Brennbare in Flammen aufgehen läßt, wenn ſie es erreichet, heißt man Lava, und wenn ſie erkaltet iſt, nach langer, ſehr langer Zeit, Rieht ſie ſchwarz aus und faſt wie die Schlacken einer Glashütte, nament⸗ in ihrem Bruche. Solche feuerſpeiende Berge haben von ihrem Krater hinab in die ungeheure Tiefe, wo das Feuer der Erde kocht und brennt, einen Kanal, und zu Zeiten, wenn


