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Prieſter ganz ſeltſam ausgelaſſene und wenig würdige Streiche verübt?“
Fellner wußte auf die Frage keine Antwort. Da begegnete ſein Blick dem dicken Freund des Domherrn.
„Wenn Eure hochedle Majeſtät“, ſagte er raſch, „vielleicht den Junker von Guttenſtein dort—“
Der Kaiſer wandte ſich überraſcht; der Junker aber wurde noch röther in ſeinem Geſicht, als er ſchon war. Dann antwortete er dem fragenden Blick des kaiſerlichen Herrn.
„Der Domherr“, ſagte er,„iſt meines Wiſſens noch im⸗ mer im Gewahrſam des Biſchofshofs und, wie mich dünkt, nicht ganz aus eigenem Willen. Der hochwürdigſte Herr Biſchof“, ſetzte er lächelnd bei,„ſoll nicht üble Abſicht geäußert haben, an dem Domherrn ein ein⸗ dringliches Exempel zu ſtatuiren.“
„Endlich!“ rief der Kaiſer zornesmuthig.„Wer möchte auch noch dem ehr⸗ und zuchtloſen Treiben der Pfaffenwelt ſteuern! Ihr aber“, wandte er ſich dann wieder freundlich zu Fellner,„beantwortet mir noch eine Frage: Wo iſt denn das viele Geld geblieben, das Ihr als dicke Agnes aus den Taſchen Eurer geſpenſterſcheuen Mitbürger ergattert habt?“
Ueber das Geſicht Fellner's flog ein dunkler Schatten.
„Das haben mir die hohen Herren vom Rathe Helſchläger, Novellen. I. 15


