Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
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groß, viele Hunderte von Dörfern waren ſchon in Flammen aufgegangen, und wen das Schwert ver⸗ ſchonte, den raffte die Seuche oder der Hunger dahin.

Endlich hatte der Kaiſer alle ſeine Streitkräfte um ſich verſammelt. In der Nacht vom zehnten zum elften September brach er mit ſeinen Heereshaufen von Stadtamhof auf. Es war eine ungeſtüme Wit⸗ terung, und der kalte Regen floß in Strömen hernie⸗ der. Aber Maximilian war unverzagt, und als ihm von fern die Frühglocken von Regensburg ins Ohr tön⸗ ten, rief er:Gott hilft uns, wir haben Fürbitten! und ſtürmte auf den Feind. Das war bei Wenzen⸗ bach gegen Morgen um die fünfte Stunde.

Die Schlacht war mörderiſch und die Pfalzgräfin wehrte ſich verzweifelt. Der Kaiſer ſelbſt wurde durch den Schlag eines Streitkolbens mit ſeinem Pferde niegeſchmettert und verdankte die Rettung von ſichern Tode nur dem heldenhaften Erich von Braunſchweig der, obgleich ſelbſt gefährlich verwundet, in die Menge ſtürzte und ihn wieder aufrichtete. Aber ſiegreich zog der Kaiſer am Abend dieſes heißen Tages in die Thore von Regensburg ein. Die eroberten Siegeszei⸗

chen wurden ihm im Triumphe voraufgetragen, ſieben⸗

hundert Gefangene wurden vor ihm her getrieben, und die Trompeter und andere Spielleute blieſen ihre