Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Stadt zu kommen, um ſo mehr, ſetzte Konrad treu⸗ herzig bei,als Ihr mir ja doch verſprochen habt, zu meinem weitern Fortkommen mir behülflich zu ſein.

Das will ich auch, mein braver Retter, ver⸗ ſicherte Lyskirchner aufs neue und ſchüttelte ihm wie⸗ derholt die Hand.Du ſollſt uns willkommen ſein. Burſche wie Du, die nicht allein eine ſtarke Fauſt, ſondern auch das Herz auf dem rechten Flecke haben, können wir in dieſen ſchweren Zeitläuften immer brau⸗ chen. Nun aber komm' in die Rathsſtube, der Stadt⸗ vogt ſoll Dir eine Kanne guten Wein reichen, vom beſten; Du wirſt, denke ich, nach Deinem Ritt die Erfriſchung nöthig haben.

Mit dieſen Worten kehrte er in das Rathhaus zurück, um dem noch immer verſammelten Rath Be⸗ richt über das Schreiben des Staufers zu geben, das einen allgemeinen Sturm des Unwillens erregte. Er wolle, ſchrieb er, die beiden Gefangenen, deren einer ihm nun freilich wider ſeinen Willen entkommen war, nicht eher frei geben, als bis er die ächtiſchen Güter des Pfalzgrafen und ſeiner Anhänger von der Stadt habe ausgeliefert erhalten.So gegeben im Herbſt⸗ mond des Jahres 1504, ſchloß das Schreiben,Bern⸗ hardin von Stauf.

In aller Eile ward von den würdigen Vätern