aufs Pferd und davongeholfen hatte, damit er dem Rathe von ſeinem und ſeines Genoſſen Schickſal Kunde geben könne.
Nun ſchritt Lyskirchner, ſo raſch es ihm ſein hohes Alter erlaubte, auf Konrad zu, ihm die Hand zum Gruß bietend, überraſcht und erfreut zu gleicher Zeit, ſeinem Freunde ſchon ſo bald wieder in Regensburg zu begegnen.
Die Menge wich ehrerbietig zurück. Der greiſe Lyskirchner genoß damals noch großes Anſehen in der Stadt bei Groß und Klein und ſein redlich Herz ahnte nicht, wie ſchon nach wenig Jahren für alle die treuen Dienſte, die er ſeiner Vaterſtadt gethan, erbärmlichſter Undank und nichtswürdigſter Verrath ihn, den alters⸗ ſchwachen, blinden Mann, den Qualen der Folter und dem ſchimpflichen Tode durch Henkershand überliefern würde.
Nun ſtand Lyskirchner dem jungen Knechte gegen⸗ über, freundlich aus ſeinen treuherzigen blauen Augen blickend und die ſchüchtern hingeſtreckte Hand deſſelben herzhaft ſchüttelnd. Seine Tracht war die damals übliche der Rathsherren, ein ſchwarzes Schoßwams mit engen Aermeln, das ſich um den ſchlanken Oberkörper ſo ſtraff ſchmiegte wie die Tricothoſen von dunkelviv⸗ letter Farbe, ein etwas über die Kniee reichender und


