Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
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zahlreiches Gewaffe von den Thürmen widerglänzten und daß noch überdies in den letzten Tagen eine eherne Kette am Prenbruner Thor die Fahrt geſperrt und ſo den Strom verhindert hatte, ſich wie in früheren Zeiten allem Volk nutzbar zu machen, dem Handels⸗ mann zum Verkehr, dem Betrübten zur Walffahrt, dem Fröhlichen zur Luſtfahrt.

Doch nicht allein die alte Donau war mit dieſen ſchweren Zeitläuften unzufrieden, in der Stadt ſelbſt vom übrigen heiligen römiſchen Reich gar nicht weiter zu ſprechen war ſchon viel böſer Jammer und viel böſe Klage laut geworden, und heute gar ſchien ſich der Unmuth des durch Noth, Hunger, Elend und Krieg nun ſchon ſo lange gedrückten Volkes auf entſchiedenſte Weiſe Luft machen zu wollen. Die Läden waren geſchloſſen, die Gewerbe ruhten, die Geſchäfte feierten, und ſelbſt das gryßartige Baugerüſte um den Dom mit ſeinen rieſigen Maſten und ſeinem vielver⸗ ſchlungenen Bauwerk, auf dem ſonſt unter der tüchti⸗ gen Leitung Roritzer's Steinmetz, Maurer und Zimmer⸗ mann zur Ehre Gottes ſo fröhlich hantierten, war verlaſſen und ragte ſtill und vereinſamt weit über alle Giebel ringsum in den blauen, ſonnenerfüllten Him⸗ mel hinein. Noch lagen Kelle und Meißel unordentlich neben dem hingeworfenen Schurzfell auf dem Gerüſt,