11
tretens und blendenden Erſcheinens zu beſtaunen pflegt, ich hätte mich ſtill gefügt und nicht daran gedacht, gegen den bekannten, wenn auch unbegreiflichen Lauf der Dinge mich zu erheben. Aber dieſer Herr?
Er war nichts weniger als hübſch oder gar ſchön zu nennen. Bei ziemlicher Größe war er rund, aufge⸗ dunſen, von jener Fülle, die nicht das Zeichen der Geſund⸗ heit, ſondern eines krankhaften Zuſtandes zu ſein pflegt. Sein ſchwammiges, von einem röthlichen Vollbart um⸗ rahmtes Geſicht ſpielte wechſelnd in allen Farben, bald gelb, bald grün. Eine ſtattliche Glatze, die ſeiner ſonſt unbedeutenden Stirne zu ſtatten kam, deutete auf eine vielleicht zu raſch verlebte Jugend, und die kleine, ſpitze, in die Höhe gerichtete Naſe gab dem Geſichte, das durch die ſchielenden Augen durchaus nicht gewann, etwas Keckes, Herausforderndes. Er hatte in ſeiner ganzen Erſcheinung etwas Klebriges, ein Etwas, das man zu berühren ſcheut. Dazu erſchien er in ſeiner Kleidung nachläſſig, ſeine Wäſche war ſelten ſauber. Dennoch war der Mann eitel; wie ich ſpäter erfuhr, hatte ſich irgend ein Witzbold den Spaß gemacht und ihm geſagt, daß er mit Sokrates Aehnlichkeit habe.
Ich fragte den Diener, welcher in den Zwiſchenpau⸗ ſen Gefrorenes und Zuckerwerk zum Verkaufe umher⸗ trägt, ob er mir den Namen des Herrn ſagen könne.


