Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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23 in ein unbändiges Gelächter aus.Vortrefflich! rief ſie. O wenn Sie ſich ſehen würden! Wie Ihr Auge leuchtet! Wie Ihre Züge vom Schrecken entſtellt ſind! Welche Natur, welche Wahrheit! O Auguſtus, Auguſtus!

Ein neu ausbrechendes Gelächter erſtickte ihre Worte.

Der arme Doctor Anſelmus aber verlor nun ſchier alle Faſſung; er, ein deutſcher Privatgelehrter, ein Schrift⸗ ſteller in ewig ſchwarzer Kleidung, er Auguſtus und ſie dort, das Modell, Kleopatra, ſeine Kleopatra! Das war ihm zu viel. Er ſchritt, ohne ein Wort zu ſagen, zum Tiſch, wo er ſeine Papiere zuſammenpackte. Kleo⸗ patra hatte ihr Lachen unterbrochen. Der Gelehrte aber griff nun zum Hute und ſagte:

Mein Fräulein, erlauben Sie, daß ich mich entferne; ich fühle leider noch keinen Beruf dazu, mich im Modell⸗ ſtehen einzuüben.

Herr Doctor, rief Kleopatra, vom Sopha auf⸗ ſpringend; ſchon aber hatte dieſer das Atelier verlaſſen. Das angefangene Manuſcript unterm Arme ſchlich er ſich, die tiefſte Melancholie in den bleichen Zügen, von dannen.

Fort murmelte er,fort! Fort aus dieſer menſchen⸗ verpeſteten Stadt, in der ich krank bin und leide! Fort aus dieſen verhaßten Mauern, in denen ich umſonſt nach Un⸗ ſterblichkeit ringe! Fort auf das Land, in die Einſamkeit!