180
täuſcht dieſes Sichgeben, welches doch eigentlich nur ein Nachgeben, Sichfügen in Wunſch und Willen des Andern iſt, während man, vorab in der Jugend, am liebſten ſich ſelbſt nachgibt! Welch feſter Wille gehört zum Beiſpiel dazu, kleine Angewohnheiten und Nei⸗ gungen abzulegen!“
„Wie wenig will man zuweilen langgehegte An⸗ ſichten und Ideen aufgeben“, bemerkte jetzt ſeinerſeits mit beſonderer Betonung der Graf.
Sie lächelte ihm mit Verſtändniß zu:„Eben, eben.“
„Man ſollte jenes Achtgeben auf ſich ſelbſt aber doch auch gerade in der Ehe fortſetzen, überhaupt ſolange man lebt, man würde nicht und nichts dabei verlieren.“
„Freilich, aber ſtatt deſſen ſind ſie froh, wenn der
Zwang aufhören und das Sichgehenlaſſen beginnen
kann, die Meiſten wenigſtens.“
„Das iſt aber weder klug noch recht. Die Ehe iſt ein gegenſeitiger Vertrag, und was man vom Andern wünſcht oder fordert, müßte man doch unbedingt auch ſelbſt leiſten, und zwar freiwillig.“
„Eigentlich ja, aber uneigentlich geſchieht es eben nicht. Indeſſen freut mich von Herzen, daß Du Dich ſo hübſch zu vrientiren beginnſt, ich kann da um ſo leichter auf meine Lieblingsidee, das Brautkleid, zurückkommen.“


