Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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alte Wärterin gleich ſagte, als der veilchenblaue Sammt ankam, das ſei nicht meine Farbe, und ein unkleid⸗ ſames Brautkleid ſei kein gutes Zeichen. Und als wir ſpäter dieſes ominöſe Geſchenk ſtill, unter Thränen wieder einpackten, da ſagte ſie wieder in ihrer geraden, kurzen Weiſe, um welcher willen ſie mir doch gerade lieb war:Eben recht, daß es ſo gekommen; es paßte einmal nicht, und das Waſſer hinter dem Altare wäre nicht ſo rein und ſanft geweſen wie das da. Ich ſchrieb die erſte Bemerkung dem albernen Aberglauben einer alten Frau und die zweite ihrer Theilnahme zu, welche mir bei dem traurigen Geſchäft etwas Tröſt⸗ liches ſagen wolle. Als ich aber ſpäter als Erbin Ein⸗ ſicht in die Papiere meines Bräutigams bekam, mußte ich mir doch eingeſtehen, daß die Albernheit der Alten ihren tiefern Sinn habe. Wie Paul bei der Wahl des Brautkleides weder meinem Geſchmack noch meiner Perſönlichkeit, ſelbſt nicht der Jahreszeit Rechnung ge⸗ tragen, ſo würde das auch in anderer Weiſe noch oft der Fall geweſen ſein. Schon als Soldat war er ge⸗ wohnt, daß man ſeinen Beſtimmungen in blinder Unter⸗ ordnung ungeſäumt nachkam. Dazu war er in Allem pünktlich und peinlich genau bis ins Kleinſte, vorherr⸗ ſchend choleriſchen Temperaments, und wie es dieſem und einem gerade auf ſeinem Standpunkte lange allein⸗