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„Wenn Du jetzt zu meiner Schweſter kommſt, gibt es eine fatale Situation. Willſt Du wieder anbinden? Das wäre eine Thorheit; man muß in der wichtigſten Lebensfrage ſich nicht von einem augenblicklichen Gefühl beſtimmen laſſen, wie zum Beiſpiel das Mitleid iſt; und willſt Du nicht wieder anknüpfen, was einmal zerriſſen iſt, ſo kommſt Du in eine ſchiefe Lage. Sie haben dort Verwandte von des Paſtors Seite, den Doctor zum Beiſpiel, der wird ſich ihrer ſchon an⸗ nehmen. Sodann glaube ich, daß meine Schweſter hierher ziehen wird— es war ja immer ihr Wunſch— dann haſt Du es viel leichter, Dich zu vrientiren und ihnen gefällig zu ſein. Bleibe alſo ruhig da und über⸗ ſtürze nichts, ich meine es ja nur gut. Wir ſchreiben jetzt und verſichern unſere Theilnahme, was Du, weil Du gerade ſo weit fort warſt, auch für Cäcilie noch ſchuldeſt. Alles Weitere findet ſich ſpäter.“
Hermann und ſeine Mutter ſchrieben alſo an Jo⸗ hanna und ihre Mutter. Endlich wieder die zierlich flüchtigen Schriftzüge, welche ſo lange nicht zu ſehen geweſen waren, und doch wünſchte Johanna, ſie nicht erhalten zu haben. Dieſe letzten Zeilen Her⸗ 6 mann's erinnerten ſie an ſeine erſten und übertrafen dieſelben noch. Dieſe gemeſſenen, vorſichtig geſuchten Worte ſchnitten wie ein letztes Lebewohl in Johanna's


