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letzten Brief auf Erden— an Hermann. Er ſagte ihm Lebewohl, dankte ihm für die Freude, welche er an ihm gehabt, für die Liebe, welche er Johanna bewieſen, und bat, ſie in ihrem Schmerze nicht zu verlaſſen, ihr min⸗ deſtens Freund und Bruder zu bleiben, wenn, wie es jetzt den Anſchein habe, ihm nicht mehr geſtattet ſei. Da er ihn nun nicht hienieden, wie verabredet, beſuchen könne, ſolle ihn ſein liebſter Neffe wenigſtens den Troſt mit auf den Weg nehmen laſſen, daß ſeine letzte Bitte an ihn keine Fehlbitte geweſen ſei.
Natürlich bekam Hermann dieſe rührenden und er⸗ greifenden letzten Zeilen des Paſtors ebenſo wenig, wie er Johanna's letzte Briefe, wie ſie die ſeinigen erhalten hatte. Der erſte Schritt war gethan und zog wie allemal die andern nach ſich.
Als Hermann durch zweite oder dritte Hand den Tod des Pfarrers erfuhr, war er tief ergriffen und ſein Erſtgefühl, ſelbſt zu Johanna zu eilen. Sie hatte freilich ſeine letzten Briefe unbeantwortet gelaſſen, ſie war ihm untreu geworden. Auf ſeine Fragen nach ihr oder ihrer Antwort hatte ſeine Mutter ihm be⸗ richtet, daß an dieſen Schweigen wohl andere Anbeter ſchuld ſein würden, wie ſie aus guter Quelle erfahren; ſie hatte ihm in paſſender Färbung erzählt, was ſie
von Madame Riemer wußte. Trotzdem war ihm wieder⸗ von Oben, Des Hauſes Ecſtein. II. 2


