257
Wünſche der Colons beim Könige zu befürworten, wenn ich ihm ſage, daß ſie die meinigen ſind. Einem ſolchen Vermittler darf Fernando nicht die erſte Bitte abſchlagen, die er an ihn richtet. Der Herzog von Alva hat ihm mehr Dienſte geleiſtet als die meiſten andern Großen. Er iſt ihm treu geblieben, als ſo viele der caſtiliſchen Granden ſeinen Schwiegerſohn Philipp von Oeſterreich als Herrſcher Caſtiliens anerkannten; er iſt ihm zu ſehr zur Dankbarkeit verpflichtet.“
„Du kennſt Ferdinand von Arragonien ſchlecht,“ ver⸗ ſetzte Elvira mit bitterem Lächeln.„Gerade aus dieſem Grunde wird er ihm ſeine Bitte abſchlagen. Er wird ſo undankbar gegen ihn ſein, wie er es gegen Colon, gegen Gonſalvo und gegen die edle Iſabella war, auf deren Thron er ſo kurz nach ihrem Tode die achtzehnjährige Germaine de Fvir ſetzte. Eine unbeſchreibliche Thorheit von dem alternden Monarchen!“
In dieſem Augenblicke unterbrach eine Meldung die tadelnden Worte Elvira's. Diego Columbus ſtand im nächſten Augenblicke vor ihnen. Sie hieß ihm freundlich willkommen. Maria's Mund blieb ſtumm, wenn auch ihre Wangen glühte, ihr Ange leuchtete. Diego ſprach mit frendeſtrahlendem Blicke:
„So eben iſt mir das Erkenntniß des neuen Rathes von Indien über meine gegen die Krone erhobene Klage


