Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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erhob das blaſſe, abgezehrte Geſicht, heftete ſeine tief⸗ liegenden Augen auf die Königin und ſagte:

Die wilden, ungläubigen Völker beſitzen weder geiſtliche noch bürgerliche Rechte. Ihre Seelen ſind zur ewigen Verdammniß beſtimmt, ihre Leiber das Eigen⸗ thum der chriſtlichen Nation, die ihren Boden eroberte, indem ſie das Banner des Kreuzes über ihm wehen ließ.

Eine Pauſe trat ein. Die Königin ſah endlich Fon⸗ ſeca wieder fragend an. Dieſer ſagte:

Don Francesco de Bovadilla iſt lange ſchon von der Gnade Eurer Hoheit ernannt, um als Bevollmäch⸗ tigter der Krone nach Hiſpaniola zu gehen, und die An⸗ gelegenheiten der Colonie in ihr ſelbſt zu unterſuchen.

Ich habe dies ſchon vor einem Jahr gethan, erwiederte die Königin,doch habe ich noch immer die Ausführung dieſes meines Befehls verſchoben. Ich hoffte ſtets, daß beſſere Nachrichten einlaufen und ſie dadurch überflüſſig werden würde. Du haſt mir dieſen Bovadilla empfohlen?

Er iſt Ritter von Calatrava, verſetzte Fonſeca, dabei beſcheiden, verſtändig, geſchäftskundig und ſehr billig denkend. Ich wüßte Keinen, der zugleich dem Ad⸗ miral weniger unangenehm ſein könnte. Eure Hoheit ha⸗ ben ihn mit höchſter Machtvollkommenheit in allen bür⸗ gerlichen und peinlichen Dingen bekleidet. Er ſoll alle