Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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ſen es. Früher ſchon empfahl er einen regelmäßigen Tauſch von indianiſchen Sklaven gegen die Waaren, welche zum Unterhalt des Pflanzſtaates erforderlich ſind, und fügte hinzu, daß ihre Bekehrung dann um ſo leichter in Spanien ſelbſt gelingen würde.

Hierzu habe ich nicht meine königliche Beſtätigung gegeben, ſprach Iſabella.Colon hat mir oft genug von dem ſanften, harmloſen Character dieſer Bewohner der neuen Welt erzählt. Es würde eine gottloſe Grauſamkeit ſein, die Gräuel der Sklaverei über ſie zu verhängen, ehe man noch einen Verſuch zu ihrer Bekehrung gemacht hat. Ich habe lieber fromme Männer in den indiani⸗ ſchen Sprachen unterrichten laſſen, damit dieſe als Send⸗ boten in die neue Welt gehen und ihnen das Evangelium verkündigen. Ich will auf jeden Fall erſt die Meinung anderer gelehrten Männer hören, ob es gerecht und zu⸗ läſſig ſein kann, alſo über die Freiheit von Mitmenſchen, die nichts gegen uns verbrochen haben, zu verfügen.

Was iſt Deine Meinung hierüber, Cardinal? fragte der König, indem er ſich an einen etwas weiter zurück Stehenden wandte.

Francesko imenes, der gleich mehreren Andern früher Beichtvater der Königin geweſen, und welcher nach Mendoza's Tode Erzbiſchof von Toledo geworden war,