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vieljährige Geſellſchafterin, die Marquiſe von Moha, weilte nicht mehr unter den Lebenden; auch dieſe gehörte zu Denjenigen ihrer Lieben, welchen ſie nur mehr ihre tiefe, innige Trauer widmen konnte. Doch war der Glanz des herrlichen, blauen Auges noch ungetrübt und ſein Blick noch immer ſo durchdringend, wie in früheren, glück⸗ licheren Tagen.
Der König Ferdinand war nach wie vor der tapfere Krieger, der ſchlaue, kalt berechnende Politiker, der uner⸗ müdliche Mehrer ſeiner Reiche, als welchen ihn die Ge⸗ ſchichte kennt. Sein Aeußeres war wenig verändert.
Juan de Fonſeca ſtand den Monarchen zunächſt an der Seite des Tiſches. Er war gegenwärtig Biſchof von Cordova. Die beſondere Gunſt des Königs verſetzte ihn nach und nach von einem Biſchofſitze auf den andern, wobei ihm ein immer größerer Zuwachs an Einkommen und Würde zu Theil wurde. Dabei aber war er weit entfernt, ſich um die mehr oder minder wichtigen Ange⸗ legenheiten der ihm anvertrauten, geiſtlichen Heerde ſpe⸗ ziell zu bekümmern. Er überließ dies den ihm unterge⸗ benen Geiſtlichen und hielt ſich meiſtens nur in ſeinem Sprengel auf, wenn er in ſeine jedesmalige, neue Würde eingeführt wurde, oder wenn ſich der König oder die Kö⸗ nigin dort befanden, denen er zu referiren hatte. Die Einkünfte ſeines Bisthums genoß er trotz deſſen unge⸗


