beſchreiblich klar und rein. Vom Anbruche des Tages an bildeten leichte Dünſte ein prismatiſches Farbenſpiel, in dem Roſa vorherrſchte. Wenn endlich das glänzende Blau des Himmels wieder ungetrübt hinter ihnen her⸗ vortrat, ſtieg die Sonne in nie geſehenem Strahlenglanze an ihm empor und das Weltmeer ſchien als ihr un⸗ geheurer Spiegel in Flammen aufzugehen; flüchtige grüne und blaue Schattirungen durchzuckten es; ſeltſame farben⸗ glänzende Pflanzen oder ſonderbare Schaalthiere ſchwam⸗ men darauf umher und trieben in die endloſe Weite fort. Die durchſichtige Klarheit des Waſſers geſtattete es dem Auge, das Leben und Treiben des Gethiers in ihm zu beobachten. Oft ſchwellte ein friſcher Wind die Se⸗ gel, ſo daß die Fahrt munter vorwärts ging; oft aber auch herrſchte die ſchaurigſte Einſamkeit, das tiefſte Schweigen auf der ruhigen Waſſerfläche. Weder das Auge noch das Ohr vermochte irgend etwas auf ihr zu erſpähen. Der Anblick dieſer unabſehbaren Einförmigkeit, dieſer unermeſſenen Weite, die nie noch der Kiel eines Sterblichen durchfurcht hatte, rief den Begriff des Un⸗ endlichen in der Seele hervor. Vor der Erhabenheit die⸗ ſer Größe des Alls, vor der unermeſſenen Majeſtät des Himmels und des Meeres verlor ſich einſtweilen die Er⸗ innerung an die Schönheit der Landſtriche, die man ver⸗ laſſen, an die ſtolze Höhe der Gebirge, an die Majeſtät 4
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