noch geneigt, den Schleier zu nehmen, oder war dies nur, weil Deine Seele durch die Gefangenſchaft bei den Mau⸗ ren gebengt war, ſo daß Dir der Muth für die Welt und ihre Freuden für den Augenblick fehlte?“
Sie hatte ſich zu der Angeredeten umgewendet, wel⸗ che hinter ihrem Stuhle ſtand. Dieſe ſagte halblaut und hocherröthend:
„Ich habe nie ein Gelübde deswegen gethan. Als ich von Gefahren umgeben war, habe ich ſolche Gedanken gehabt, ſie jedoch ſeitdem nicht weiter verfolgt.“
„So biſt Du geneigt, dieſem tapfern Manne Deine Hand zu geben?“ fragte Iſabella leiſer noch einmal.
„Ja,“ antwortete das junge Mädchen, nur dem Ohr ihrer königlichen Verwandten verſtändlich.
Dieſe ſprach nun gegen den König gewendet:
„So werden wir ihn Don Arnold Waller de Viana nennen, indem wir ihm morgen den Ritterſchlag er⸗ theilen.“
Ferdinand antwortete nicht. Seine Miene blieb un⸗ durchdringlich. Nach einer Pauſe bemerkte der Herzog von Cadix:
„Die Granden von Arragonien und Caſtilien ſind Herren ihrer Perſon und ihres Eigenthums nach ihrem freien Willen. Auch der König hat nicht über dieſen zu gebieten, wenn ſie nicht in ſeinem Dienſte ſtehen und ihm


