Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Ich erkenne Dein edles Gemüth in der Scho⸗ nung, mit der Du Dich Deiner unwillkommenen Bot⸗ ſchaft entledigſt, tapferer Ritter, ſprach Boabdil.Du wirſt einen Ehrenſäbel zur Erinnerung dieſer Stunde von mir annehmen. Stimmt Ihr mit den Worten des Veziers überein?

Dieſe Frage richtete er wieder an ſeine verſammel⸗ ten Großen. Ein allgemeinesJa! tönte von ihren Lippen. Der Sultan nahm wieder das Wort und düſterer noch wurde die tiefe Melancholie ſeines Angeſichtes:

So gehe denn, edler Don Gonſalvo, und bringe den Herrſchern von Arragonien und Caſtilien meinen letzten Beſcheid. Mein gekröntes Haupt iſt dem Unglücke verfallen. Die Sterne weisſagten es von meiner Wiege an. Beſſer, ich wäre nie geboren. Die Sitzung des Di⸗ vans iſt beendet.

Die chriſtlichen Abgeſandten entfernten ſich mit allen Zeichen der tiefſten Ehrerbietung. Nun trat eine all⸗ gemeine Bewegung in der Verſammlung an die Stelle der früheren Stille. Viele drängten ſich herzu und be⸗ netzten Boabdil's Füße und den Saum ſeines Gewandes mit Thränen. Die allgemeine Trauer hatte alle ſonſt widerſtreitenden Meinungen vereinigt und Alle fühlten nur tief den unausweichlich bevorſtehenden Verluſt der Heimath, die ſie ſo lange beſeſſen hatten.