Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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floh nach allen Richtungen; nur Reduan Benegas hielt ſich noch mit einem Theil der Reiterei.

„Ha,“ murmelte der unglückliche Monarch,„der Untergang des Maurenreiches iſt beſchloſſen über den Sternen. Keine menſchliche Tapferkeit vermag etwas ge⸗ gen den Grimm der übernatürlichen Mächte. Die Geiſter aller in dieſem Lande erſchlagenen Chriſten ſind heute aufgeſtanden und haben unſichtbar mit ihren Brüdern gegen uns gekämpft, ſo daß ihre Stärke verdreifacht war!— Und dieſer ungläubige Lanzenträger iſt mir als mein böſes Schickſal entgegengeſtellt worden— ich muß ihm noch einmal weichen— ein tückiſcher Dämon wird ihm von Anfang an zur Seite geſtanden und ſeinen übeln Einfluß gegen mich gewendet haben!“

Er galloppirte in die Stadt zurück, verfolgt von den Chriſten, die ihn gefangen zu nehmen wünſchten. Da eilte Benegas mit dem letzten Reſt ſeiner Reiter herbei und deckte ſeinen Rückzug. Noch einmal wurde ein Schim⸗ mer des Ruhmes auf die untergehende Größe Granadas geworfen. Sie kämpften um jedes Stückchen Boden, als hielten ſie dieſen mit ihren Armen umklammert. Wieder und wieder ſtürzten ſie in die Mitte der Chriſten, aber nun kamen nach und nach deren ſämmtliche Schaaren heran— und ſie wurden eingeſchloſſen und zurückgedrängt, als ſeien es die Wellen des Oceans, die ſie umflutheten.