Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ten Kanonen wurden Lombarden genannt; man ſchoß aus ihnen zuweilen mit eiſernen, mehr noch mit mar⸗ mornen Kugeln. Nur durch eine außerordentliche Menge dieſes ſchweren Geſchützes war es möglich geworden, die mauriſchen Feſtungen zu bezwingen. Oft genug wurde es in den Tiefen bergiger Irrwege aufgeſtellt, deren Päſſe die Reiterei nicht zaſſiren konnte. Deshalb war eine große Menge von Schanzgräbern fortwährend be⸗ ſchäftigt, Wege für das Geſchütz durch dieſe Felsgebirge zu machen; ſie trugen Berge ab und füllten Thäler mit Felsblöcken oder mit Gehölz aus, welches in dieſen Wildniſſen wuchs; auch ſchlugen ſie Brücken über Gieß⸗ bäche und ſonſtige Gewäſſer. Niemand hatte dies bis⸗ her für ausführbar gehalten. Die mauriſchen Beſatzun⸗ gen ſaßen in ihren Bergfeſten wie in dem Neſte eines Raubvogels; mit Erſtaunen ſahen ſie die Züge des ſchweren Geſchützes aus den Hohlwegen auftauchen, in die ſich bis dahin nicht der Fuß des Jägers gewagt hatte. Die hohen Mauern ihrer nicht mehr unzugäng⸗ lichen Städte waren nicht dick genug, um dieſen furcht⸗ baren Maſſen zu widerſtehen. Ihnen ſelbſt fehlte es an dieſem ſchweren Geſchütz. Hakenbüchſe und Armbruſt waren ihre hauptſächlichſten Schußwaffen. So gelangen der Tapferkeit der Chriſten und den unabläſſigen Bemühun⸗ gen des Königs und mehr noch der Königin ſo große