Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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zeigten ſich als ein Volk, das trotz deſſen einen hohen Grad von Feinheit und geiſtiger Bildung errang und behauptete. Das Reich der Khalifen, das einſt mehr als die Hälfte der alten Welt umfaßte, iſt in ſeine urſprüng⸗ lichen Grenzen zuſammengeſunken. Der Beduine wandert in ſeiner vaterländiſchen Wüſte ſo frei, wie vor der Er⸗ ſcheinung ſeines Prophethn. Die Sprache, welche einſt an den Südküſten des mittelländiſchen und des ganzen indi⸗ ſchen Meeres geſprochen wurde, iſt in eine Menge ver⸗ ſchiedenartiger Mundarten zerſplittert. Finſterniß herrſcht in jenen Gegenden Afrikas, die einſt durch das Licht der Wiſſenſchaft aufgeklärt waren. Die feine Schreibart des Korans wird ſelbſt im Geburtslande des Propheten wie eine todte Sprache gelehrt. Auf der ganzen arabiſchen Halbinſel iſt gegenwärtig nicht eine einzige Buchdruckerei anzutreffen. Aber auch in dem chriſtlichen Spanien finden wir den nämlichen traurigen Gegenſatz. Eine todtengleiche Starrheit iſt auf ſeine frühere geiſtige Thätigkeit gefolgt. Seine Städte ſind ſo volksleer, wie ſie damals reich be⸗ wohnt waren. Sein Himmelsſtrich iſt noch eben ſo ſchön, aber ſeine Felder tragen nicht mehr ſo mannigfaltige Früchte. Seine wichtigſten Denkmäler ſind die, welche die Araber erbauten. Wenn der Reiſende unter ihren öden aber ſchönen Trümmern umherſtreift, ſo drängt ſich ihm der Gedanke an das Schickſal eines Volkes auf,