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zeigte ſich in den ſcharfen Zügen des Iuden eine ſolche gebietende Hoheit, daß ſie auf das bewegte Antlitz des Erſtern berabzublicken ſchienen. Er hob wieder an:
„Höre mich weiter, Prieſter. Es war am Abende jenes Feſtes, welches Ihr Chriſten Pfingſten nennt, gegen zwölf Uhr. Du lagſt auf Deinen Knieen vor dem Bilde des heiligen Jago, welches auf dem Altare in dem hin⸗ terſten der Gemächer ſtand, die man Dir angewieſen hatte. Du gelobteſt dem Heiligen, noch innerhalb der drei nächſten Monate ein Auto da Fe in Sevilla an⸗ zuſtellen, wenn er Dir beiſtehen wolle, den König zu be⸗ wegen, daß er dem dortigen Kloſter St. Paul jene an ſein Gebiet grenzenden Ländereien ſchenke, welche bisher dem Alcalden Pedro Herraro gehört und nach deſſen Tode der Krone anheimgefallen waren. Der Prior und der Ge⸗ richtſchreiber ſeien Deine beſten Gehilfen beim Amte der Ketzerrichter, und Du wünſchteſt, Ihre gerechten Forderun⸗ gen erfüllen zu können. War es ſo?— Antworte mir.“
„Ja,“ ſprach Torquemada.„Aber Niemand war zugegen, und ich redete in der tiefen Stille der beginnen⸗ den Mitternacht nur mit Gott und dem Heiligen. Kein irdiſcher Menſch kann etwas von meinem damaligen Ge⸗ lübde wiſſen— Keiner, der es auf natürlichem Wege er⸗ fahren konnte. Beſchütze uns, Herr des Himmels!“
„Wenn die Sterne mir ſo Verborgenes kündeten, ſo wirſt Du mir auch glauben, wenn ich Dir ihren Aus⸗


