Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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ſaßen, und wenn auch von den Geſchichtſchreibern die Zahl der Opfer, welche dieſes Tribunal heiſchte, ſehr übertrieben worden iſt, ſo war ſie dennoch groß genug, um unſere Herzen mit Schaudern und Entſetzen zu erfüllen.*) Von dieſer rückſichtsloſen Glaubenswuth getrieben zögerte Torquemada daher auch nicht, in die Nähe der Herrſcher zu dringen, um ſie von jeder weiteren Gunſt⸗ bezeugung gegen die bedrohten Iſraeliten abzuhalten.— Es war in der Stille der Mitternacht, als ſechs tiefſchweigende Schergen der Inquiſition einen Gefangenen mit ſich führten, deſſen Hände gefeſſelt waren. Stille la⸗ gerte wieder über den am Tage von dem Lärm des Feld⸗ lebens widerhallenden Straßen Santa Fes. Ein großes Gebäude, nicht weit von der königlichen Behauſung ent⸗

fernt, war gleich dieſer mit einer ſtarken Verſchanzung und

von mehreren Schildwachen umgeben. Hinter einem Wall aus maſſiven Steinen war ein tiefer Graben gezogen. Auf dem Giebel des Hauſes wehte, vom Sternenſchimmer beglänzt, ein ſchwarzes Fähnlein, auf welchem man ein

5) Mehrere Hiſtoriker haben die Zahl der einzelnen Perſonen, welche vor das Ketzergericht geſtellt wurden, mit derjenigen der Familien verwechſelt, die ſich zu verantworten hatten. Da nun jede Familie durchſchnittlich auf drei ein halb Köpfe gerechnet wird, ſo ergiebt dies eine faſt vierfache Vermehrung der wirk⸗ lichen Anzahl der Angeſchuldigten.

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