Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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nem Gewande, welche, aus mehreren Riemen gebildet, mit kleinen, ſcharfen Nägeln beſetzt war, warf dies Ge⸗ wand und ſein härenes Hemd ab, und geißelte ſich ſo hef⸗ tig, daß das Blut von ſeinen zerfleiſchten Gliedern auf die Erde rann. Nach dieſer furchtbaren Bußübung ſchwie⸗ gen die geiſtigen Kämpfe des düſtern Fanatikers, und in⸗ dem er ſein rauhes Hemd wieder über ſein zerriſſenes, zuckendes Fleiſch zog, empfand er bei der körperlichen Pein eine Art von Wonne, ſteckte die blutige Geißel wie⸗ der zu ſich, lächelte, faltete die Hände vor dem Marien⸗ bild und ſprach:„Du haſt mich erhört und getröſtet, gnadenvolle Mutter! Durch dieſe Kaſteiung des elenden Leibes iſt mein Geiſt aufgerichtet und geſtärkt. Du haſt abermals angedeutet, daß der ſterbliche Körper nicht ge⸗ ſchont werden darf, wenn die Seele gerettet werden ſoll, und daß alle Völker der Erde in jenen Tempel geführt werden ſollen, deſſen heilige Zierde Du biſt.“—

Dem unſeligen Einfluß, welchen er von der Kind⸗ heit an auf Iſabella übte und welchem ſie ſich trotz ihrer großen Geiſtesgaben nicht zu entziehen wußte, ſind größtentheils die fürchterlichen Erndten des Ketzergerichtes zuzuſchreiben. Doch war der König dieſem Tribunal ſtets weit mehr geneigt als ſeine Gemahlin, welche nur nach langem Widerſtreben in deſſen Einſetzung willigte. Seine Ausdehnung wuchs, je länger Beide auf ihren Thronen