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„Wie?“ fragte der König,„dieſe Schrift iſt von Dir? Sie hat großes Aergerniß erregt, und ich will Dir ſagen, daß ſie ſehr zur Unzeit erſchienen iſt.“
„Ich habe Talavera mit deren Widerlegung beauf⸗ tragt,“ bemerkte Iſabella,„doch hatte ich keine Ahnung davon, daß Du der Verfaſſer ſeiſt.“
„Ich habe in ihr nur gegen Ungerechtigkeit und Un⸗ duldſamkeit geredet,“ ſprach Avila.„Ich griff nicht die chriſtliche Religion an, ſondern nur die Mißbräuche, welche ſich ihre Diener zu Schulden kommen laſſen. Scharf iſt ſie, doch enthält ſie keine Nichtswürdigkeiten. Sie iſt ein Spiegel der Wahrheit, und wenn ſie den Haß des chriſtlichen Volks erregt, ſo werden die Gebildeten darunter mir dagegen beipflichten.“
„Nimm ihn mit Dir, guter Vater,“ ſprach Fer⸗ dinand jetzt mit leicht gerunzelter Stirn.„Er geſteht ſeine Verbrechen ein und mag ſie nun vor der heiligen Inguiſition verantworten. Die Herrſcher von Spanien haben nichts mehr mit einem Manne zu thun, der ſelbſt
bekennt, daß er ſie geläſtert hat.“
„Ihr redet eine große Wahrheit, mächtiger König, und Euer Gebot ſoll befolgt werden,“ ſprach der Mönch. „Ich nenne die Königin von Caſtilien mit heiliger Freude eine eifrige Tochter der Kirche; dennoch iſt ſie oft zu


